Silk Cabby

Das Silk Cabby

Silk Caby – Foto: Georg Walter

Aus dem Thayer Katalog Nr. 8 von 1936, in dem dutzende Geräte angeboten wurden, darf ich eines herausgreifen. Das „Silk Cabby. Dieses Trickgerät wird auch Silk Cabinet, Silk Vanishing Box oder Handkerchief Cabinet genannt. Mit diesem Gerät kann man verschiedene Tuch-Kunststücke zeigen, meistens wird es dazu eingesetzt, ein Tuch zu färben. Es gibt unterschiedliche Ausführungen in der Größe, einmal für den Parlour- und einmal für den Bühnenbereich. Das Gerät hat vorne und hinten jeweils eine Tür, die man nach unten klappen kann. So wird das Innere des Kabinetts sichtbar und kann leer gezeigt werden. Im geschlossenen Zustand werden diese Klappen meist mit Beschlägen an der Oberseite des Kabinetts arretiert. An beiden schmaleren Seiten befindet sich jeweils ein Loch durch das man ein Tuch ziehen kann. Das Gerät wird bei der Vorführung in einer Hand gehalten. Diese Geräte sind oft im chinesischen Stil mit einem Drachenmotiv dekoriert. Der klassische Effekt läuft in der Weise ab, dass man das Kabinett zuerst einmal leer zeigt, indem man beide Klappen (Türen) nach unten fallen lässt. Nachdem man beide Türen wieder geschlossen hat, drückt man z. B. ein rotes Tuch seitlich durch eines der Löscher. Mit einem Zauberstab hilft man hier nach und stopft das rote Tuch ganz in das Kabinett und es kommt am anderen Ende gelb gefärbt wieder heraus. Beide Türen werden wieder nach unten geklappt um zu zeigen, dass sich nichts im Inneren befindet.

Silk Caby – Foto: Georg Walter

Erfinder dieses Kunststücks war Tom Sellers (1890 in Schottland – 3. November 1961), englischer Zauberkünstler und Autor vieler Artikel in den damaligen Zauberzeitschriften. Das Kunststück entwickelte er im Jahr 1933. Ihm wird auch die Erfindung der Kunststücke „Bank Night (Just Chance)“ im Jahr 1935 und „Affenschaukel (Monkey Bar)“ im Jahr 1955 zugeschrieben, wobei sich die Quellen bei der Affenschaukel nicht ganz sicher sind. Tom Sellers hat das Silk Cabby zum ersten mal 1933 in einem kleinen Büschlein mit dem Namen „More Secrets“ beschrieben. In der Beschreibung war eine Röhre an der Innenseite einer Klappe angebracht. Im Thayer Katalog Nr. 8 wird ein Kunststück mit dem Namen „Thayer’s New Wonder Silk Cabby“ angeboten. Dieses Kunststück wird im 4. Band „Thayer Quality Magic“ von Glenn Gravatt beschrieben und hier wird klar darauf hingewiesen, dass man beide Türen jederzeit in geöffnetem Zustand zeigen kann und das man mit einer bestimmten Handhaltung bequem das Gimmick auf die Höhe der Löcher im Kabinett drücken kann. Mittlerweile gibt es eine weitere Variante des „Silk Cabby“, hier wird zum Schluss über einen Mechanismus im Deckel der komplette Innenraum des Kabinetts z. B. mit Sponge Balls gefüllt. Es handelt sich um das Kunststück „Double Dragon Double Surprise Box“, vertrieben wurde es von Peter Austin.