1-2-3 Würfel – China Computer

Es ist schon erstaunlich. Wenn man sich mit einem Kunststück aus dem eigenen Zauberschrank einmal näher beschäftigt und danach Recherchen anstellt, kann man über dieses Kunststück eine Menge lernen. Jemand, der sich das Kunststück einmal gekauft hat, wird, hoffentlich, die mitgelieferte Routine gründlich einstudieren, vorführen und diese später verfeinern. Bitte vergessen Sie aber auch nicht den Routinenschreiber, er hat sich viel Mühe gemacht um aus ein paar Zauberrequisiten ein unterhaltsames Kabinettstück zu machen.

Ein solches Kunststück ist der „Drei Würfel Trick“, auch „1-2-3 Würfel genannt. In der Zauber Butike von Eckhard Böttcher wurde er unter dem Namen „China Computer“ erstmals im Zauberbrief Nr. 16 aus dem Jahr 1984 angeboten. Den Quellen entnehme ich, dass Thomas Pohle das Kunststück hergestellt hatte. Es handelt sich hier um eine Art „Kümmelblättchen“. Drei Würfel werden vorgezeigt und der Zuschauer sieht, dass auf jedem Würfel eine Zahl aufgemalt ist – jeweils eine 1, eine 2 und eine 3. Die Zahlen auf den Würfeln tauschen immer wieder die Plätze und der Zuschauer kann raten wie er möchte, er wird stets „hinters Licht geführt“.

Bei der Tricktechnik zu diesem Kunststück kommt eine Mechanik zum Einsatz, die es erlaubt, mittels Klappen in den Würfeln eine Zahl in eine andere zu verwandeln. Die Zahl 1 verwandelt sich in die 2, die Zahl 2 in die 3 und die Zahl 3 in die 1.

Die Erfindung des Kunststücks wird Paul Corduan (17. Februar 1894 – 4. Januar 1961) zugeschrieben. Er verwendete nicht die klassische „Kaschee-Variante“, sondern eine Klappen-Mechanik in den Würfeln. Paul Corduan war Kaufmann von Beruf, leidenschaftlicher Zauberamateur und Zaubererfinder. Bei Zaubervorstellungen nannte er sich „Doc Corten“. Er war Vorsitzender der „Maja 1930“, einer Stettiner Interessengemeinschaft von Magiern die 1930 gegründet wurde, auf Betreiben von Paul Scheldon dann in „Magischer Ring“ umbenannt wurde. Im Jahr 1937 löste man den Ring auf und die Mitglieder traten dem Magischen Zirkel von Deutschland bei. Zudem war Paul Corduan Herausgeber der Vereinszeitschrift “Magische Umschau“. Der Zauberhändler Heinz Jacobi (21. April 1902 – 7. April 1976) bot den 1-2-3 Würfel in der DDR unter dem Namen „Corduan-Verwandlungswürfel“ an.

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QUELLEN

1. Zauberbrief Nr. 16,  1984, Eckhard Böttchers Zauber Butike
2. Internetseite Zauberlexikon unter www.zauber-lexikon.de
3. „Drei Würfel Trick“, Zeitschrift „Zauberkunst“, 1969, Heft Nr. 6
4. „Wandernden Steine“, Zeitschrift „Magische Umschau“, 1930, Heft Nr. 6/7
5. „Kabinettstückchen der Mikromagie, Zeitschrift „Zauberkunst“, 1959, Heft Nr. 4