Buatier de Kolta

In der Zeitschrift „Die Zauberwelt“ wird über Buatier de Kolta im 9. Jahrgang vom Juni 1903 und Juli 1903 berichtet. Dort ist zu lesen, dass er aus Ungarn stammt und das seine Zauberkollegen ihn als den bedeutendsten, noch lebenden Zauberkünstler bezeichneten. Schnell erlangte er auch hohes Ansehen wegen seiner vielen Erfindungen. Auch Jens-Uwe Günzel gab in seiner Ausarbeitung über diesen Ausnahmekünstler in der „Magie“ einen Hinweis, dass Spuren zu seinem Geburtsland Ungarn führten. Viele Quellen geben aber an, dass er als Joseph Buatier am 18. November 1847 in einer kleinen Stadt, nahe Lyon, in Frankreich geboren wurde. Sein Vater war Seidenhändler, über die Mutter ist nichts bekannt. Joseph sollte Priester werden und so schickte man ihn mit 18 Jahren auf eine Lehrschule für Priester. Drei Jahre später, mit 21 Jahren, verließ er diese Schule wieder.

De Kolta Stuhl

Er lernte den aus Ungarn stammenden Volkszauberer Julius Vidos de Kolta kennen. Im Jahr 1870 taten sich beide zusammen und gingen auf Reisen. Es ging in die Schweiz, nach Italien, Spanien, Deutschland, Ungarn, MAGIC HISTORY MAGAZIN 05/2019 7 Russland und Holland. Im Jahr 1875 trennte er sich von Vidos de Kolta und ging nach England, wo er in der Egyptian Hall in London gastierte – dort feierte er riesige Erfolge. Auch finanziell lohnte es sich für ihn. Dort zeigte er zum ersten Mal seinen „Verschwindenden Vogelkäfig“, den er zwei Jahre zuvor entwickelt hatte. Dieser Käfig war rund, bei späteren Vorführungen wurden eckige Käfige benutzt. Zum Verschwinden setzte er seinen „De Kolta Pull“ ein. Er verkaufte das Kunststück an Harry Kellar und bekam dafür wohl eine hohe Summe Geld. Das Kunststück wurde oft kopiert, zunächst aus Holz, dann aus Metall. Meist kamen künstliche Vögel zum Einsatz, Carl Hertz benutzte wohl echte Vögel, die beim Zusammenklappen des Käfigs einfach zerdrückt wurden.

Im Jahr 1878 nahm Joseph den Namen „Buatier de Kolta“ an. Im Jahr 1882 trat er in Deutschland auf, er gastierte in Hamburg, München und Dresden. Eine seiner größten Erfindungen war der „De Kolta Stuhl“. Er zeigte ihn erstmals im Jahr 1886 in Paris. Seine Frau assistierte ihm dabei. Sie setzte sich auf einen Stuhl und wurde mit einem Tuch bedeckt. Dann wurde das Tuch weggezogen und seine Frau war verschwunden. Auch hier wurde diese Illusion schnell von anderen kopiert und vorgeführt. Carl Hertz tat dies wohl unerlaubt, dagegen zeigte Charles Bertram die Illusion in Absprache mit Buatier de Kolta, gesichert durch einen Lizenzvertrag. Die Erklärung und Beschreibung des Kunststücks findet man in Professor Hoffmanns Buch „More Magic“. In der Zeitschrift „Zauberwelt“ wird darüber berichtet, dass Buatier de Kolta im Jahr 1901 im Wintergarten in Berlin auftrat. Dort zeigte er seine neuste Illusion „China“. Hier wird aber auch angemerkt, dass er in den letzten Jahren nicht sehr glücklich gewesen ist. Kunststücke gingen schief, meist verursacht durch unglückliche Zufälle und Missgeschicke der Gehilfen.

Zudem erfand er keine neuen Kunststücke. Wir werden ihn trotzdem als großen Erfinder in Erinnerung behalten. De Kolta erfand Kunststücke, wie die Klappblumen, die Billardball Vermehrung, die Geistertafeln und den wachsenden Würfel im Jahr 1902. Dabei stellte er einen ca. 25 cm großen Würfel auf einen niedrigen Tisch. Der Würfel wird größer und größer, bis er auf eine Kantenlänge von 80 cm angewachsen ist. Dann wird er angehoben und unter ihm erscheint eine junge Assistentin. Im Jahr 1903 führte ihn eine Tournee in die USA. Dort trat er u. a. in San Francisco, Los Angeles, Chicago und Cleveland auf.

Er starb am 7. Oktober 1903 in New Orleans an einer Nierenentzündung.