Manfred Ernst Thumm

Geboren wurde er am 3. Juli 1933 in Freiburg. Zur Zauberkunst fand er durch seinen Bruder, mit dem er im Alter von 15 Jahren auch auftrat. Die Firma „The Magic Hands“ gründete er im Jahr 1973 in Herrenberg, später zog man nach Nufringen bei Böblingen um. Der Firmenname entstand um 1964 aus einer früheren Darbietung heraus, einer Art „Schwarzen Theaters“ bei der man nur die Hände der Mitwirkenden sah. Zwischen 1966 und 1980 trat er unter dem Namen „Gordon & Eve“ mit einer allgemeinen Zaubernummer auf. Im Jahr 1967 gewann er bei der FISM-Weltmeisterschaft in Baden-Baden den ersten Preis in der Sparte Illusionen und einen zweiten Preis in der Sparte Erfindungen. Den Quellen ist zu entnehmen, dass er beruflich u. a. Verkaufsmanager bei der Firma Phillips war, bevor er sich im Jahr 1973 als Zauberhändler selbstständig machte.

Manfred Thumm wurde auch dadurch bekannt, weil er bei der Produktion von Produkten großen Wert auf das Design legte. Zaubergeräte wurden meist schwarz/weiß gestaltet oder mit sogenannter „Glimmerfolie“ überzogen, die er zur damaligen Zeit bekannt machte. So produzierte er zum Beispiel Seidentücher mit einem schwarzen Rand. In den Räumen der Firma gab es eine Zauberbühne mit 40 Sitzplätzen, hier, im „Magic Hands Studio“, fanden Seminare bekannter Künstler statt. Künstler wie Patrick Page, Juan Tamariz, Ali Bongo, Salvano, Jochen Zmeck und Erhard Liebenow traten dort auf.

Zwischen den Jahren 1978 und 1997 veranstaltete man den jährlichen „The Magic Hands Fachkongress“, einen der größten europaweit. Dieses Event fand immer Anfang Januar an drei Tagen über ein Wochenende statt. Am Samstag Abend gab es immer eine große Gala, bei der oft internationale Zauberkünstler auftraten. So konnte man u. a. im Jahr 1978 Fred Kaps gewinnen, 1980 Lee Pee Ville, 1982 Hans Moretti, 1984 Fin Jon und 1988 Fantasio. Im Jahr 1990 trat u. a. Topas dort auf, 1992 Les Cattarius, 1994 Alan Shaxon, 1996 Topper Martyn und 1997 Juliana Chen. Im Jahr 1996 verkaufte Manfred Thumm seine Firma an Wolfgang Wollet der auch die letzten beiden Kongresse organisierte. Später ging das Geschäft in die Hände von Dirk de Graeve von Mephisto-Huis.

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QUELLEN

1. Ex-Dealer Manfred Thumm “the magic hands”, Karlheinz Kolster, MAGIE 84. Jahrgang, Heft Nr. 5 aus 2004