Organ Pipes – Orgelspiel

Das Kunststück „The Organ Pipes“ ist ein klassisches Bühnenkunststück, das auf den österreichischen Zauberkünstler Antonio Molini zurückgeht. Es ist auch unter dem Titel “Le Souper du Diable” bekannt. Dabei wird aus sechs ineinanderpassenden Röhren, die nacheinander leer gezeigt wurden, ein reichhaltiges Mahl, bestehend aus Sekt- und Weinflasche, Gläsern, etlichen verschiedenen Lebensmitteln und sogar einem Tischtuch, produziert. Viele bekannte Zauberkünstler hatten den Trick in ihren Programmen, unter anderem Chung Ling Soo, Dante, The Great Raymond (bei ihm hieß das Kunststück “Phantom Supper”), Okito (er nannte es “Siamese Cylinders”), Paul Uferini und Mutaza-John (in einer Variation, siehe unter Literatur).

Molini hat etliche seiner Erfindungen, so auch das Orgelspiel, Carl Willmann zur Vermarktung überlassen, aber auch andere Zaubergerätehändler boten das Kunststück an. Bei Reinhold Pfalz ist es beispielsweise in seinem Katalog B auf der Seite 164 unter der Nummer 5532 als „Rara, das Orgelspiel oder Tischlein deck Dich.“ zu finden. Das beim Orgelspiel verwendete Trickprinzip, das ein Leerzeigen mehrerer Röhren durch das Hindurchschieben einer durch die andere ermöglicht, ist auch heute noch gebräuchlich. Dabei wird die Ladung, die mittels eines Hakens in einer Röhre befestigt ist, beim Hindurchschieben von einer in die andere transferiert.

Neben Molini erhob auch der New Yorker Amateurzauberkünstler A. de Kerbec Anspruch auf die Erfindung des Orgelspiels. Seine Version ist im zweiten Heft des ersten Jahrgangs der Zeitschrift Mahatma vom April 1895 auf Seite 4 unter dem Titel „The Bewitched Organ, or the Magic Supper“ veröffentlicht (s.u.). Imro Fox soll das Kunststück erstmals um 1890 herum in London vorgeführt haben. Aber viele Experten der damaligen Zeit – unter ihnen Houdini und Ottokar Fischer – sind sich sicher, dass Molini der wahre Urheber des Kunststücks ist.

i

QUELLEN

http://www.zauber-lexikon.de/index.php?title=Orgelspiel

1.Buch, Cyclopedia of Magic, Henry Hay
2.Buch, Amateur Magicians Handbook, Henry Hay
3.Magic Wand, Production for Children, 44. Jahrgang, Seite 143
4.The Sphinx, Improved Organ Pipes, 9. Jahrgang, Seite 267
5.Patrick Page, The Big Book of Magic
6.The Genii, Gaughan, John: The Bewitched Organ Pipes, 80. Jahrgang, Heft 4 (April 2017)
7.Later Magic Buch, Hoffmann, Professor: The Magic Organ Pipes, London 1904, S. 525 ff.
8.Mahatma Zeitschrift, Kerbec, A. de: The Bewitched Organ, or the Magic Supper, 1. Jahrgang, Heft 2 (April 1895)
9.Zauberkunst Zeitschrift, Mutaza-John: Das Orgelspiel und seine Abwandlungen, 5. Jahrgang, Heft 4 (August 1959), S. 65
10.Zauberreport Zeitschrift, Mutaza-John: Das „Orgelspiel“ und seine Abwandlungen, 2. Jahrgang, Heft 5 (Mai 1993), S. 13 f.
11. Method. Reihe der Zauberkunst, Paufler, Herbert-Martin: Tischlein deck dich oder das Orgelspiel, Heft 2 – A.A. Wadimow und seine Bücher (1963), S. 25 f.
12.The Tarbell Course in Magic, Tarbell, Harlan: Vincent Malmstrom’s Organ Pipe Routine, Vol. 6, New York 1954, S. 379 ff.
13.Heitere Zauberkunst – Studio IV, Tauer-Turmi, Erich: Das Orgelspiel, Berlin 1972, S. 60 ff.
14.Zauberwelt, Willmann, Carl: Das Orgelspiel oder “Tischlein decke dich”!, 1. Jahrgang, Heft 9 (September 1895), S. 132 ff. und Heft 10 (Oktober 1895), S. 149 ff.